Nationalfeiertag: Menschenrechte im Mittelpunkt des 1. August…

30. Juli 2023

Am vergangenen Wochenende fand die PrideBern erfolgreich statt und versammelte 8’000 Teilnehmer. Die Strassen der Altstadt waren stolz mit Regenbogenflaggen geschmückt und verliehen der Stadt eine bunte und lebendige Atmosphäre. Bern symbolisierte Werte wie Offenheit, Toleranz, Vielfalt, Inklusion und Liebe.

Dennoch bin ich besorgt über die aggressiven Tweets einiger Mitglieder der rechten Parteien, die heftig gegen diese Flaggen protestierten und den 1. August als Vorwand nutzten. Ihre Worte zeugen von mangelnder Überlegung und feindseliger Haltung gegenüber der LGBTQIA+ Gemeinschaft. Bestimmte Begriffe, wie "Psychiater", wurden verwendet und verursachen in mir ein tiefes Unbehagen, zumal es Gesetze gegen die Anstiftung zum Hass gibt.

Es ist alarmierend zu sehen, dass der Rechtsextremismus in ganz Europa gegen Minderheiten wie LGBTQIA+, Migranten, Menschen mit Behinderungen und Frauen weit verbreitet ist. Als behinderte Person und Mitglied der LGBTQIA+ Gemeinschaft habe auch ich im Laufe meines Lebens mehrfach Diskriminierung erfahren, sei es im Bildungsbereich, bei der Arbeit oder beim Zugang zu Informationen. Für Mitglieder der LGBTQIA+ Gemeinschaft ist Diskriminierung weiterhin eine schmerzvolle und inakzeptable Realität. Es ist Zeit zu handeln, denn genug ist genug.

Ich liebe mein Land, die Schweiz. Ich bin stolz, Teil einer multikulturellen, vielfältigen und weltoffenen Schweiz zu sein, mit ihren wunderschönen Landschaften und einer humanitären Geschichte, die für die Menschheit von Wert ist. Dennoch dürfen wir die anhaltenden Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft nicht ausblenden. Als schweizerischer Bürger möchte ich keine Rückschritte bei den Menschenrechten sehen, sondern vielmehr Fortschritte, um sicherzustellen, dass niemand zurückgelassen wird.

Der Umstand, dass ich mit einer Behinderung geboren wurde, sollte mein grundlegendes Recht, mein Leben vollständig zu leben, nicht beeinträchtigen. Wir müssen eine Gesellschaft aufbauen, die die Würde jedes Einzelnen anerkennt und respektiert, unabhängig von seinen persönlichen Merkmalen.

Als Kandidat für die Nationalratswahlen verpflichte ich mich, die Rechte aller Minderheiten zu verteidigen und eine inklusive und respektvolle Umgebung für alle Bürgerinnen und Bürger zu fördern. Gemeinsam können wir eine Gesellschaft aufbauen, in der jeder frei ist, sein Leben ohne Angst vor Diskriminierung oder Vorurteilen zu leben. Ich rufe Sie dazu auf, sich mir in dieser Suche nach einer besseren Zukunft anzuschliessen, in der Vielfalt gefeiert wird und jeder sein volles Potential entfalten kann.

Anlässlich dieses Nationalfeiertags wünsche ich der Schweiz eine wundervolle Feier und erinnere daran, dass es unsere gemeinsame Verantwortung ist, ein Land zu schaffen, in dem die Gleichberechtigung und Würde all seiner Bürger vollständig geachtet werden.

Fröhlichen Nationalfeiertag einer multikulturellen und weltoffenen Schweiz!

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Botschaft : Für eine inklusivere Gesellschaft, mein Engagement bei den eidgenössischen Wahlen

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